Bürgerbeteiligung zum Pankower Tor gestartet
Für das geplante Stadtquartier „Pankower Tor“ hat die Öffentliche Beteiligung Bebauungsplanverfahren begonnen. Seit dem 29. Juni können Bürger*innen die Planungsunterlagen einsehen und bis zum 10. August 2026 Stellungnahmen abgeben. Bereits am 23. Juni informierte das Bezirksamt Pankow über den aktuellen Stand der Planungen.
Bezirksstadtrat Cornelius Bechtler bezeichnete das Projekt als einen Meilenstein für die Entwicklung des Bezirks. Auf dem Gelände des ehemaligen Rangierbahnhofs solle ein neues, grünes Stadtquartier mit bis zu 2.000 Wohnungen entstehen. Die Wohngebäude werden in der Mitte des Areals, zwischen Bahn und Tram, als Blockrandbebauung mit ruhigen und teil-öffentlichen Innenhöfen und öffentlichen Grünflächen (Spielplätzen, Jugendangebote und Biotopverbundflächen) angelegt. An der Ecke Granitzstraße/Berliner Straße ist ein neuer Stadtplatz mit Einzelhandel sowie sozialen und kulturellen Einrichtungen vorgesehen.
In der Planung wurde Klimaanpassung und Freiraumgestaltung berücksichtigt, indem entsiegelte Flächen, Dach- und Fassadenbegrünungen, Vorgärten sowie zahlreiche Baumpflanzungen umgesetzt werden. Durch die Anlage von Einzelhäusern solle ein aufgelockertes grünes Wohnumfeld geschaffen und die Kaltluftbahn im Gebiet erhalten werden. Das Regenwasser werde durch Dachbegrünungen und Versickerungsmulden vor Ort zurückgehalten. Für Starkregen sind zusätzliche Überschwemmungsflächen auf Grünflächen eingeplant. Westlich der Prenzlauer Promenade sind außerdem zwei Kitas, eine Grundschule sowie ein Möbelhaus vorgesehen, dessen Dach als Biotopfläche gestaltet werden soll.
Auch das Mobilitätskonzept ist bereits Bestandteil des Bebauungsplans. Vorgesehen sind eine künftige Straßenbahn-Tangentialverbindung zwischen Pankow, Heinersdorf und Weißensee, neue Radwege einschließlich des Panke-Trails sowie ein Fahrradparkhaus am S-Bahnhof Heinersdorf. Für die Radverkehrsprojekte fehlt allerdings bislang die Finanzierung, die entsprechenden Flächen wurden jedoch bereits freigehalten. Der Zugang des Individualverkehr konzentriere sich auf zwei Knotenpunkte an der Granitzstraße und der Prenzlauer Promenade von denen aus das Quartier durchquert werden könne.
Ein wichtiges Thema bleibt der Artenschutz. Wegen der streng geschützten Kreuzkröte und der Zauneidechse steht für das Bauvorhaben seit langem in der Kritik. Für die Bebauung erfolgt eine Ausnahme nach § 45 Absatz 7 des Bundesnaturschutzgesetzes. Nach Angaben der beteiligten Landschaftsplaner werden für die Zauneidechsen Ersatzhabitate in Rüdersdorf angelegt. Für die geschütze Kreuzkröte wird ein Habitat auf der Ostfläche des Areals entwickelt. Erst müssen somit die neuen Ersatzlebensräume geschaffen und die Tiere umgesiedelt werden, betonte Cornelius Bechtler.
Die Festsetzung des Bebauungsplans soll nach Möglichkeit bereits 2027 erfolgen. Die Planunterlagen sind bis zum 10. August 2026 online sowie im Stadtentwicklungsamt Pankow in der Storkower Straße 97 öffentlich einsehbar. Die Mitarbeiter*innen des Stadtentwickungsamtes stehen auch für Fragen zur Verfügung.